Grafschaft Sedomee

Hauptstadt:  Marola 
Herrscherin:  Freigräfin Arana von Sedomee 

Landeswappen

Das Landeswappen zeigt den goldenen Jungfrauenadler auf grünem Grund. Dies ist zugleich das Wappen der Baronie Apurien. 
Eingebettet zwischen Jolborn und der Jolsee liegt der unterste Teil Heligonias: die Grafschaft Sedomee. Die Nachbarländer sind im Osten die Grafschaft Darian, im Nordosten das Fürstentum Thal und im Westen das Königreich Dracconia. 
 

Herrschaftsform 

Sedomee ist in drei Baronien unterteilt. Die Baronie Apurien ist zugleich Stammsitz der Freigräfin Arana, die daher neben dem Titel Freigräfin zu Sedomee auch den Titel der Baronin von Apurien führt. Die Baronie Calena wird von Baronin Valeria, der Schwester Aranas geleitet. Baronin Nadyma herrscht über die dritte Baronie Sebur. Seit dem Erbfolgekrieg vor 100 Jahren wird die Herrschaft in Sedomee per Heliosbrief der ältesten Tochter übertragen. Der weitere Adel des Landes sind Angehörige der leitenden Familien der sieben ältesten Clans, die ihre Abstammung auf die ersten Siedler zurückführen. Sie tragen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zum Adel ein  von" vor dem Clannamen. Die erste Repräsentantin jedes dieser Clans hat den Rang einer Freifrau. Das bedeutendste politische Organ neben den Baroninnen ist der Clanrat. Er berät die Freigräfin und die Baroninnen in allen wichtigen Angelegenheiten, die Sedomee oder die Clans als Gesamtheit betreffen. Nach innen ist der Rat die Vermittlungs- und Entscheidungsinstanz zwischen den Interessen der Clans. Der Clanrat hat drei große Versammlungshäuser in den Regierungsstädten der Baronien und unterhält dort auch ständige Vertretungen. Seine Mitglieder sind Abgesandte der großen Clans. Auf Verwaltungsebene stehen der Freigräfin und den Baroninnen die Beamtinnen und Beamten der Staatskanzlei zur Seite. Ihre Leiterin ist die Coronis, die oberste Ratgeberin der Freigräfin. Der Staatskanzlei gehört weiterhin das Sedomee-Archiv an, eine Behörde, die der Informationsbeschaffung und Einordnung dient, sowie das Außenamt, die Landesbank, das Hauptzollamt und die Baubehörde. 
 

Die Familie der Freigräfin

Arana von Sedomee ist eine diplomatisch sehr begabte Frau in der Blüte ihrer Jahre. Sie erfreut sich beim Volk größter Beliebtheit, nicht zuletzt weil sie alle Bewohner Sedomees am Reichtum des Landes teilhaben läßt. Sie erblickte am 23. Tage des 2. Xurl im Jahre 8 v.A.III das Licht der Welt. Als älteste Tochter der Freigräfin Mariama von Sedomee und Raoul von Bindar trat sie im Jahre 15 n.A.III die Herrschaft über Sedomee an. Um die Erbfolge zu sichern ging sie ein Jahr später eine Poëna-Ehe mit Meron von Agnat ein. Diese Verbindung wurde von Poëna mit Fruchtbarkeit belohnt, und Arana gebar am 6. Tag der 2. Saarka im Jahre 17 n.A.III ihre Tochter und Erbin Larissa. 
Caliane
von Sedomee und Apurien
Herzogin von Valmera, Freigräfin von Sedomee
Baronin von Apurien, Calena, Sebur
Patin von Siliane von Calena
 
Saminai
von Sedomee und Apurien
Freigräfin von Sedomee
Baronin von Apurien
 
Aranis
von Sebur und Sedomee
Baron von Sebur
Pate von Leandra von Sedomee 
 
Siliane
von Calena und Sedomee
Baronin von Calena
Adoptivtochter von Caliane von Sedomee
 
Leandra
von Sedomee und Apurien
Freigräfin von Sedomee
Baronin von Apurien
 
Miramai 
von Calena und Sedomee
Baronin von Calena
 
Mariama 
von Sedomee und Apurien
Freigräfin von Sedomee 
Baronin von Apurien
 
Nalana 
von Sebur und Sedomee
Baronin von Sebur
 
Arana
von Sedomee und Apurien
Freigräfin von Sedomee
Baronin von Apurien
Tochter des Raoul von Bindar
 
Valeria 
von Calena und Sedomee
Baronin von Calena
Adoptivtochter von 
Kali-ka von Calena
Tochter des Torril von Alamee
 
Larissa 
von Sedomee
* 18 n.A.III
Tochter des Meron von Agnat
 
 
Nadyma 
von Sebur und Sedomee
Baronin von Sebur
Tochter von Ann'dra von Rakesh

 
 
Dylena 
von Sedomee
* 19 n.A.III
Tochter des Marc von Sedomee
 
Marisela 
von Sedomee
* 21 n.A.III
Tochter des Raffael von Selenai
 
 
 
Kali-ka 
von Calena und Sedomee
Baronin von Calena
Patin von Valeria von Sedomee
 
Sharanja 
von Sedomee
verzichtete auf die Baronie Calena
 
 

Geschichte 

Vor hundert Jahren entbrannte im damaligen Herzogtum Valmera ein Erbfolgekrieg. Die Freigräfin Caliane von Sedomee war das einzige Kind des Herzogs von Valmera und somit nach früherem Gesetz als Frau von der Erbfolge ausgeschlossen. 

Ihr Vetter Uttras, Graf von Darian, machte daher seinen Anspruch auf den herzöglichen Thron geltend. Da die frühere Erbfolgeregelung aber im vollständigen Gegensatz zu den Traditionen der alten Clans in Valmera stand, konnte Caliane mit Hilfe eines Heliosbriefes eine Gesetzesänderung erwirken und wurde daraufhin Herzogin von Valmera. Dies veranlaßte Uttras dazu, sein vermeintliches Recht mit Waffengewalt zu erkämpfen. Zwei Jahre tobte ein entsetzlicher Bürgerkrieg, bei dem sich die Clans von Sedomee vollständig auf die Seite der Herzogin schlugen und gegen ihre Verwandten in Darian kämpften. Beide Seiten erlitten große Verluste. Erst das Einschreiten des Königs erwirkte einen Waffenstillstand. Ein neuer Helios-Brief löste das Herzogtum Valmera auf und machte die beiden Grafschaften voneinander unabhängig. Das angespannte Verhältnis zwischen Sedomee und Darian hält bis zum heutigen Tage an, wobei auch sicherlich die wesentlich bessere wirtschaftliche Situation von Sedomee eine Rolle spielt. Während Darian seit der Teilung immer gegen Armut und Hunger zu kämpfen hat, ist Sedomee durch eine weise und umsichtige Regierung zu beachtlichem Wohlstand gelangt. Anders als in Darian ist hier daher auch niemand an einer Wiedervereinigung interessiert. 
 
 

Das Heerwesen

Da das Land keine inneren Unruhen hat, kann auf größere Garden und Milizheere verzichtet werden. Lediglich eine persönliche Leibgarde von dreißig Frauen und Männern aus den obersten Clans steht Arana zur Verfügung. An der Grenze zu Darian jedoch sind mehrere Hundertschaften des Landesheeres zur Abwehr von Übergriffen stationiert. Zusätzlich gibt es eine Küstenwache an der Jolseeküste und die Flußwache am Jolborn. Weiterhin können die Clans zur Landesverteidigung noch eigene Truppen aufstellen. Die meisten Offiziere und Soldaten des Landesheeres stellt der Rakesh-Clan. Zur militärischen und staatlichen Kommunikation dient eine Kette von Signaltürmen entlang der sedomesischen Grenzen, ergänzt durch Postenreiter. 
 
 

Die Clans

Alle Bewohnerinnen und Bewohner Sedomees gehören einem Clan an. Diese Clans entstanden direkt nach der ersten Besiedelung Heligonias. Ihr Verhältnis untereinander spiegelt (bis auf wenige Ausnahmen) die Strukturen der ersten Siedler wieder, die sich entschlossen, sich hier im Süden niederzulassen. Der mächtigste von ihnen ist der Clan Sedomee, nach dem die Grafschaft benannt ist. Außer den Sedomee gibt es noch sechs weitere Hauptclans und über 40 kleinere, die einem der großen Clans verbunden sind. Land, Werkstätten und Handelskontore gehören in den meisten Fällen jeweils nicht einer einzelnen Person, sondern einem Clan. Die Clans besitzen eigene Stadtviertel und Dörfer, sie organisieren die gesamte Versorgung ihrer Angehörigen von der Ausbildung über die Finanzierung von Arbeitsstätten, Straßen- und Hausbau bis zur Fürsorge für Kranke und Alte. Jedem Clan steht ein Ältestenrat vor, in dem die gemeinsamen Angelegenheiten geordnet und bestimmt werden. Alle Vorgänge, die zwischen den Clans besprochen und geregelt werden müssen, sind Sache des Clanrates und seiner Vorsitzenden Cardea von Selenai.


Religion

Die Bevölkerung Sedomees besteht ausschließlich aus Ogeden. Von ihnen wird besonders die Göttin Poëna verehrt. Die Freigräfin Arana ist oberste Ogeden-Priesterin der Poëna in Sedomee. Die Göttin ist ihr besonders wohlgesonnen, da die Grundlagen des Glaubens, die Verbindung zwischen Menschen und die Verbindung mit dem Land sehr genau genommen werden. Die Baronie Calena ist ein Zentrum der Saarka-Verehrung. 
 
 

Politik

Freigräfin Arana hat die weise und umsichtige Politik ihrer Mütter fortgesetzt. Diplomatische Gewandtheit und gewählte Ausdrucksweise haben ihr ein hohes Ansehen nicht nur in Sedomee, sondern in ganz Heligonia verschafft. Der rege Handel bringt dem Land in erster Linie Reichtum ein, jedoch sind die weiten Handelsverbindungen auch ein mächtiger außenpolitischer Faktor, den Arana geschickt zu nutzen weiß. Trotzdem ist es den Herrscherinnen von Sedomee nicht gelungen mit dem Nachbarn Darian Frieden zu schließen. Jede Möglichkeit, Darian die Überlegenheit Sedomees zu demonstrieren wird genutzt, was Neid und Mißgunst der Nachbarn verschärft. 
 
 

Wirtschaft

Der Reichtum des Landes gründet auf dem florierenden Handel über Jolborn und Jolsee und die landwirtschaftlichen Erträge. Warmes Klima und ein erfolgreiches Bewässerungssystem machen zwei bis drei Ernten im Jahr möglich. Marola ist Heligonias Tor zu vielen Teilen des Kontinents. Die Lagunenstadt Jewel und die Flußstadt Jalamanra nehmen ebenfalls wichtige Positionen ein. Rohstoffe aus allen Teilen Heligonias werden hier am Jolborn in Empfang genommen und verteilt. Das fruchtbare Land bringt eine besonders wichtige und nur hier vorkommende Pflanze hervor: den Papyrus. Die Handwerker der sedomesischen Clans verstehen sich in einzigartiger Weise darauf, diese Pflanze zu hochwertigem Schreibpapier zu verarbeiten. Dies wird im Gegenzug zu den benötigten Holzimporten an andere Länder Heligonias geliefert. Handelsunternehmungen im größeren Stile sind eine Domäne des Agnat-Clans und der zu ihm gehörenden kleineren Familien. Die Außenhandelsbeziehungen verwaltet im Namen der Freigräfin die Handelsmeisterin Freifrau Renai von Agnat. Da Sedomee schon sehr lang besiedelt ist, gibt es ein dichtes Straßennetz, für dessen Pflege jeweils die Clans zuständig sind, in deren Gebiet sie liegen. 
 
 

Gesetzgebung

Grundlage des sedomesischen Rechts ist die heligonische Halsgerichtsordnung, die vom Clangerichtshof zu Marola (vormals: Valmerianischer Clangerichtshof) mit einer ganzen Reihe von Kommentaren, Ergänzungen und Präzedenzfällen im  Archiv der Rechtsprechung" ergänzt und verdeutlicht wurde. Das entscheidende Kriterium des Rechts in Sedomee ist die Wiedergutmachung. Todesurteile werden sehr selten verhängt, aber hohe Ausgleichszahlungen und Zwangsarbeit sind häufig ausgesprochene Strafen. Für die Einwohner Sedomees gilt die Ausweisung allerdings als schlimmste und grausamste Strafe, weil sie den Verlust der Clanzugehörigkeit beinhaltet. 
Die niedere Gerichtsbarkeit wird von den Notabeln der Clans ausgeführt, die hohe Gerichtsbarkeit obliegt der Freigräfin und den Baroninnen, die auch die obersten Richterinnen am Clangerichtshof sind. 
 
 

Brauchtum

Alljährlich in den Monden der Poëna tritt nach der Schneeschmelze in den Drachenzinnen der Jolborn über seine Ufer. Am ersten Tag der Poëna wird daher ein großes Dankfest gefeiert. Überall im Land werden blumengeschmückte Altäre errichtet und Boote mit Opfergaben dem Jolborn übergeben. Ein weiterer hoher Festtag ist das sedomesische Unabhängigkeitsfest an der Helioswende, die mit großen Feuern am 21. Tag des ersten Helios gefeiert wird. Zusätzlich gibt es noch eine größere Zahl von Festtagen, die jeweils in einer Baronie oder einem Clan begangen werden. Feste haben in Sedomee nicht nur kulturelle, sondern auch wirtschaftliche Bedeutung. Gemäß alter Tradition gibt es ein dichtes Geflecht von gegenseitigen Verpflichtungen zu Geschenken und Unterstützung, das zu einem ständigen Austausch von Waren und Arbeitsleistungen führt. In dieser Festkultur liegt auch ein Grund für den hohen Stellenwert, den Künstlerinnen und Künstler in Sedomee einnehmen - sie geben den Feiern Glanz und Ansehen. 
 
 

Gäste 

 Sedomee war seit der ersten Besiedelung stets ein viel besuchtes Land. Fremde kamen über die Jolsee und aus dem Inland und brachten andere Kultur und unbekannte Gewohnheiten mit. Da die Menschen von Sedomee viel von diesen Reisenden profitierten, hat die Gastfreundschaft zentrale Bedeutung. Wer ins Landesinnere reisen oder länger als eine Woche in Sedomee bleiben möchte, benötigt die Einladung eines der Clans. So haben sich die Clans zur Aufgabe gemacht, alle diese Fremden gemäß ihrer Profession zu empfangen und zu betreuen. Händlerinnen und Händler werden so zumeist Gäste des Agnat-Clans, Ritterinnen oder Krieger bewirtet das Haus Rakesh und um Künstlerinnen und Artisten werden sich verschiedene Clans bemühen. Die Gäste können sich dann auf vielfältige Unterstützung und Beratung durch ihre Gastgeberinnen und Gastgeber verlassen. 

Landschaftsbild und Klima 

Während der Monde der Poëna und des Helios regnet es in Sedomee überaus selten. Daher ist das Landesinnere heiß, trocken und von Natur aus unfruchtbar. Erst die komplexen Bewässerungsanlagen haben dazu geführt, daß mit Ausnahme des Steppengebietes in der Mitte Sedomees überall Landwirtschaft betrieben werden kann. Die Ufer des Jolborn und dessen Delta sind durch die jährliche Überschwemmung sehr fruchtbar. Dort können alle Arten von Getreide und Gemüse gepflanzt werden Die sedomesischen Wälder bestehen hauptsächlich aus Maulbeerbäumen und Ölbaumgewächsen, in Calena gibt es außerdem Zedernhaine. Alle Bäume gelten als heilig und dürfen nur mit Zustimmung der örtlichen Ogedenpriesterschaft in Ausnahmefällen geschlagen werden. Dies hat die letzten Wälder Sedomees vor der Rodung bewahrt, alles Bauholz wird aus anderen Gebieten importiert. 


Tierwelt 

Ebenso unterschiedlich wie das Landschaftsbild stellt sich auch die Tierwelt dar. Im Jolborn-Delta finden sich in feuchten Wiesen zahlreiche Froscharten und Wasservögel. In den versteppten Ebenen des Landesinneren ist wie in Darian das Wildkaninchen und die Wildziege zu Hause. Die Ölbaum- und Maulbeerbaumwälder beheimaten vielfältige Echsenarten. Besonders zu erwähnen ist noch der Maulbeerbaumspinner. Dieser Schmetterling legt seine Eier an den Blättern des Maulbeerbaumes ab. Nach der Verpuppung der Larven wird aus den Kokons kostbare Seide gewonnen. Im Landesinneren züchten nomadische Familien Kamele und Esel, die ursprünglich aus der Fremde eingeführt worden sind, nun aber zum vertrauten Bild des Landes gehören. 
 
 

Baronie Apurien

Das Wappen der Baronie

Da Apurien traditionell der Sitz des Sedomeeclans und schon zu Zeiten des valmeranischen Herzogtums das Stammland der Gräfinnen und Grafen von Sedomee war, führt Apurien das gleiche Wappen wie die Grafschaft, einen goldenen Jungfrauenadler auf grünem Grund. 
 
 

Geschichte und Regierung Apuriens 

Die Freigräfin von Sedomee residiert in Marola und führt den Titel der Baronin von Apurien. Als ältester besiedelter Landstrich Heligonias verfügt Apurien über eine Reihe historischer Bauwerke und die älteste Universität Heligonias in der Hauptstadt Marola. Apurien steht in alter Tradition getreu zum Clan Sedomee und unterstützte auch während des valmeranischen Erbfolgekrieges nachdrücklich die Position der Herzogin Caliane. Die Gründung der Clans geht auf die ersten Siedler zurück, die sich entschlossen, an der Küste seßhaft zu werden. Zunächst war wohl das gesamte Gebiet des späteren Herzogtums Valmera in den Händen der Clans, deren feste Struktur damals dem Schutz und Erhalt der Gesellschaftsordnung in einem Gebiet diente, das von vielen Fremden besucht und durchreist wurde. Diese Ordnung erwies sich als geeignet, um dem Land bis heute Sicherheit  und Stabilität zu erhalten. 

Die jetzige Freigräfin Arana trat ihre Herrschaft über Sedomee und damit auch über Apurien im Jahre 15 n.A.III an, als ihre Mutter Mariama von Sedomee und Apurien beschloß, ihr Leben ganz der Leitung des Heiligtums von Hagiapolis zu weihen. Aranas Tochter Larissa von Sedomee wird dereinst ihre Nachfolge antreten. 
 
 

Wirtschaft

In Apurien und Calena liegen die einzigen Anbaugebiete der Papyrospflanze in Heligonia. Aus ihr werden hochwertige Papyri für die Schreibstuben, Heiligtümer und Universitäten des gesamten Reiches hergestellt. 
Die Handwerkskultur nimmt einen hohen Stellenwert ein, Rohstoffe aus Übersee werden zu einem großen Teil über Apurien in Heligonia eingeführt und auch dort veredelt. Marola ist dabei Zentrum des Hochseehandels, Jewel im Jolborndelta ist Umschlagplatz für die meisten Waren, die aus den nördlicheren Teilen Heligonias ausgeführt werden. Das schon sehr lange besiedelte Apurien hat ein dichtes Straßennetz. Für Pflege und Ausbau der Straßen sind jeweils die Clans zuständig, in deren Gebiet sie liegen. An der langen Jolseeküste sind Seefischfang und Salzgewinnung für die Bewohner Apuriens wichtige Einkommensquellen. 
 
 

Landesverteidigung

Die Leibwache der Freigräfin umfaßt 30 Frauen und Männer aus den angesehensten Familien der gesamten Grafschaft. Alle sind Absolventen der Rakeshakademie in Sebur und schwören der Freigräfin persönlich einen besonderen Treueeid. Aus ihren Reihen werden die hohen Offiziere der bewaffneten Truppen der einzelnen Clans berufen. Der größte Teil der apurischen Einheiten sind die Küstenwache und die Flußwachen an der Grenze zu Dracconia. Ihre Ausrüstung sind ebenso hochseetaugliche Langschiffe wie schnelle, stark bewaffnete Küstenboote. 
 
 

Religion

Alle Clans in Apurien verstehen sich als Gemeinschaft getreuer Ogeden, die mit einer Vielzahl religiöser Feste die Treue zu den Göttern bekräftigen. Jedes große Ereignis verlangt die Anwesenheit und Beteiligung ogedischer Geweihter. Die Baronin ist traditionell Hochgeweihte der Poëna. In Sedomee besteht nach wie vor die alte marolanische Ausrichtung des Ogedentums. Freigräfin Arana legt größten Wert auf die Bewahrung des ogedischen Glaubens in seiner ursprünglichen Form. Das höchste religiöse Fest ist das Poënafest am ersten Tag des ersten Poënamondes. Hier vollzieht die Hochgeweihte Arana den Großen Ritus der Göttin und segnet die Felder und Gewässer Sedomees, um dem Land das Wohlwollen der Göttin und die Fruchtbarkeit zu erhalten. 
 
 

Die Stadt Marola

Die Hafenstadt Marola gilt als die älteste Stadt Heligonias. Vor ungefähr 700 Jahren ließen sich dort die ersten Siedler nieder, die über die Jolsee ins Land kamen. Hier befindet sich auch der Palast der Freigräfin von Sedomee und das Hauptgebäude der sedomesischen Staatskanzlei. 
Ein wichtiges kulturelles Zentrum Apuriens ist der Minnehof der Freigräfin Arana. Dort treffen sich Frauen und Männer aus ganz Heligonia zu Turnieren und kunstreichem Wettstreit. Poesie, Literatur, Philosophie und Musik werden hier als göttingefällige Künste gepflegt und weiterentwickelt. 
Der Clangerichtshof unter dem Vorsitz der Freigräfin tagt im Varonea-Palast, einem altheligonischen Trutzbauwerk, das direkt neben der Staatskanzlei liegt. Große Teile Marolas verfügen über befestigte Straßen. Es gibt ein Kanalisationssystem und ein Netz von Brunnenanlagen, das über die gesamte Stadt verteilt ist. Das Stadtbild prägen Steingebäude und das weitläufige Hafengebiet. Dort steht auch der große Valmeranische Feuerturm, der selbst weit entfernten Schiffen sicher den Weg in den Hafen weist. In Marola liegen die Stammhäuser der mächtigen Clans von Sedomee, Sefardi und Agnat. Auch alle anderen großen Clans besitzen eigene Niederlassungen oder sogar ganze Stadtviertel. Jeder der größeren Clans legt in den Clanhäusern Zeugnis von der Kunstfertigkeit und den besonderen Talenten seiner Angehörigen ab, es gibt dort eigene Theater, Tanzsäle und Ausstellungsräume. 


Die Universität zu Marola

Diese Institution gehört zum Herzen Sedomees. Sie besteht in unterschiedlicher Gestalt seit der ersten Besiedelung und wird von dem alteingesessenen Sefardi-Clan unterhalten. Sie steht unter der Leitung der Freifrau Kalenopis von Sefardi. Ohne Zweifel ist es eine (durchaus kostspielige) Ehre, dort unterrichtet zu werden. Angesehene Gelehrte aus ganz Heligonia vermitteln die unterschiedlichsten Fächer. Einen hohen Stellenwert nehmen neben den klassischen Universitätsfächern auch die praktischen Studien ein. Viehzucht, Schiffbau und Bewässerungskunst sind Lehrfächer, deren Ergebnisse in ganz Sedomee besichtigt werden können. So wird eine Studentin oder ein Student der Universität nicht überrascht sein, immer wieder ein Trimester bei einem Wüstenbewässerungsprojekt oder in den Musterstallungen des Sefardi-Clans zu verbringen, um die praktischen Fertigkeiten zu vervollkommnen. 
Über die Studiengebühren hinaus verfügt die Universität auch über die Gelder, die mit Auftragsarbeiten verdient werden, und unterhält beispielsweise - in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei - eine umfangreiche Bibliothek mit alten und neuen Schriften. Schon allein der Zugang zu diesem Archiv macht einen Lehrauftrag in Marola für die Gelehrten des Landes außerordentlich erstrebenswert, zumal er mit Ehre und großzügigen Vergütungen verbunden ist. 
 
 

Die Stadt Jewel

Am Rande des Jolborndeltas liegt die alte Handelsstadt Jewel. Von hier aus wird ein großer Teil des heligonischen Außenhandels abgewickelt, denn Jewel kontrolliert den einzigen Flußarm des Jolborn-Deltas, der auch von größeren Schiffen befahren werden kann. Hier sind auch die Grenztruppen Apuriens für die dracconische Grenze stationiert. Diese Lage führte dazu, daß Jewel seit der Zeit der valmeranischen Herzöge stark befestigt und gut bewacht wurde. Bis heute ist es keinem Piratenangriff und keiner fremden Macht gelungen, die hohen Kalksteinmauern zu überwinden. Dies wird von der Lage Jewels begünstigt, das von den geschicktesten Architekten des Sefardi-Clans hoch auf den Uferfelsen angelegt wurde. Den Schutz durch die schroffe Uferlandschaft ergänzen auch die gefährlichen Strömungen und Felsen am Ostarm des Deltas, die Schiffe nur mit Hilfe der bewährten Lotsen aus der Familie der Selenai-Arean unbeschadet passieren können. Sie führen die Schiffe sicher in den Hafen, wo sie bereits von den zahlreichen Handelsniederlassungen erwartet werden. Der Selenai-Clan hat hier seinen Hauptsitz und stellt die beiden Stadtkommandanten, die Geschwister Khenja und Loran von Selenai. Sie residieren im Palast der Stadtregierung. Die Zitadelle, die am höchsten Punkt Jewels liegt, ist der Sitz der Coronis und damit die Vertretung der Sedomesischen Staatskanzlei. Ebenso haben alle anderen großen Clans hier ihre Niederlassungen, um Handel zu treiben, ihren Handwerken nachzugehen und Kontakte zu fremdländischen Reisenden aufzunehmen. Für die Sicherheit der Stadt sorgt auch hier der Rakesh-Clan. 
 
 

Baronie Sebur

Baroniewappen 

Das Wappen der Baronie zeigt einen grünen Skarabäus auf goldenem Grund. 
 
 

Herrscherinnenfamilie

Die derzeitige Baronin, Nadyma von Sedomee, wurde am 7. Tag des 1. Poëna im Jahr 8 v.A.III als erste Tochter der Nalana von Sedomee, der Schwester der damaligen Freigräfin Mariama, geboren. Ihr Vater Ann´dra von Rakesh gehört dem für die Landesverteidigung zuständigen Rakesh-Clan an, der seine Stammlande in Sebur hat.  Von ihrer Mutter erbte sie ihre Berufung zum Heilen und erwarb den Titel einer Magistra der Heilkünste der Universität zu Marola. Nadyma von Sedomee regiert die Baronie seit dem Jahr 17 n. A. III.  Im Jahr ihrer Amtsübernahme ging sie eine Poëna-Ehe mit Marc von Sedomee ein, der am 3. Tag des 3. Saarka 18. n. A III der Vater ihrer ältesten Tochter Dylena wurde. Im Jahre 20 n. A. III gebar sie ihre zweite Tochter Marisela aus der Verbindung mit Rafael von Selenai. Seit dem Jahr 23 n. A. III führt sie eine fortgesetzte Poëna-Ehe mit Faridah von Rakesh, einer Ritterin aus dem Clan ihres Vaters. 
 
 

Wirtschaft

Fast der gesamte Baumbestand Seburs wächst in den Maulbeerplantagen. Aus ihnen wird der Seidenbedarf Sedomees gedeckt und der Überschuß dieser kostbaren Ware wird in zum Teil weit entfernte Länder ausgeführt. Dabei produziert der Clan Bindar-Dimara daraus edle Stoffe,  die teilweise noch mit Fäden aus Edelmetallen zu Brokat verwoben werden, Kleidung und farbenprächtige Teppiche mit geometrischen und floralen Mustern. Aufgrund der Seltenheit und aufwendigen Verarbeitung werden diese Erzeugnisse mit Aurazit aufgewogen. Am 13. Tag des 2. Heliosmondes wird in ganz Sebur das Seidenfest gefeiert, bei dem in kostbare Gewänder gekleidete Menschen die Geweihten in großen Prozessionen zu den Segnungen der Maulbeerbäume geleiten. Anschließend wird überall bis spät in die Nacht ausgelassen mit Gesang, valmeranischem Tanz und reichhaltigem Essen gefeiert. Der Wüstenboden wird durch die an der Universität zu Marola entwickelte Bewässerungstechnik, die effektivste Heligonias, fruchtbar gemacht und bringt in bis zu zwei jährlichen Ernteperioden Getreide, Datteln, Nüsse, Oliven und Feigen hervor. Früchte und das meiste Gemüse bezieht Sebur aus den anderen Baronien.  In den versteppten Gebieten des Nordwestens wird teilnomadische Viehzucht (hauptsächlich Ziegen) betrieben. Dort züchtet der Sefardi-Clan außerdem edle und ausdauernde Pferde, die aufgrund des heißen und trockenen Klimas genügsam und widerstandsfähig sind. Sie zeichnen sich durch Gelehrigkeit, Mut und große Treue aus und es sind viele, zum Teil jahrhundertealte Lieder und Geschichten über sie erhalten. Diese Pferde bleiben fast ausschließlich in Sedomee, nur selten werden sie zur Veredelung auswärtiger Rassen ausgeführt.  In der Hauptstadt Zysar befindet sich die einzige Werft Sedomees für den Hochseeschiffbau. Dort werden die Schiffe der gräflichen Flotte und der Handelshäuser gebaut und instand gehalten. Aufgrund der Holzknappheit in Sedomee muß das Holz für den Bau fast vollständig importiert werden. An der Küste betreiben die Einwohner Fischfang und Salzgewinnung, in den Riffen vor Zysar werden in geringem Umfang Perlen gefunden. Die Stadt Al'Khemilla ist Anlaufstelle für Kranke , da dort alle Arten der Heilkunst besonders gefördert werden. Außerdem werden von dort getrocknete Heilkräuter und aus Pflanzen gewonnene Essenzen geliefert. Gut ausgebaute Straßen, vor allem entlang der Küste und der Grenze zu Darian, verbinden Sebur mit den beiden anderen Baronien Sedomees. An diesen Straßen befinden sich zahlreiche Relaisstationen und Unterkünfte für Händler und andere Reisende. 
 
 

Landesverteidigung

Sebur hat viel gemeinsame Grenze mit Darian. Daher ging Nadymas Mutter Nalana von Sebur und Sedomee eine Verbindung mit einem Mann des Rakesh-Clans ein, um die Beziehungen zwischen dem kämpferisch ausgerichteten Clan und der Grenzbaronie Sebur zu stärken. Bei der Gründung Sedomees übernahm der Rakesh-Clan die alte traditionsreiche Kampfakademie zu Sebur, wo heute alle hochrangigen Kämpferinnen und Kämpfer von Sedomee (Offiziere, Adelige) ihre Ausbildung erhalten. Sebur war schon seit Beginn kämpferisch orientiert, wobei natürlich auch die Seefahrt eine bedeutende Rolle spielt. Entlang der Grenze zu Darian und an der Küste stehen in kurzen Abständen Türme, die der schnellen Nachrichtenübermittlung mittels Flaggen und Signalfeuern dienen. Sie sind oft auch Bestandteil der Raststationen und Ansiedlungen entlang der Grenzstraße. In vielen Türmen stehen zudem Katapulte mit (an der Küste auch brennbaren) Geschossen. Obgleich Sebur mit gelegentlichen Grenzüberschreitungen von darianischer Seite leicht fertig wird, legt es doch keinerlei Wert auf kriegerische Auseinandersetzungen, wie aus folgenden gutgemeinten Ratschlägen der Baronin Nadyma an übermütige darianische Angreifer deutlich wird: "Aber Jungs, geht doch nach Hause, setzt euch ans Feuer, eßt etwas Gutes und laßt es euch wohlergehen, sei es mit Frau oder Mann. Ihr könnt das Leben doch wahrlich mehr genießen, als mit diesem unsinnigen und unangenehmen Zeitvertreib." 
 
 

Religion 

Beide Göttinnen werden in Sebur gleichermaßen verehrt. Baronin Nadyma ist eine starke Verfechterin des ogedischen Glaubens und Förderin der Heilkünste. Ihre Mutter Nalana von Sedomee ist die Vorsitzende der Congregatio der Heilkundigen, die jährlich im dritten Saarkamond in der Oasenstadt Al'Khemilla zusammentritt. Dort befinden sich deshalb auch Heiligtümer aller Vier Götter, in denen besonders die verschiedenen Aspekte der Heilkunst gefördert werden. Die Stadt Hagiapolis mit dem Heiligtum der Zwei Göttinnen liegt an der Grenze der drei Baronien auf dem Boden Seburs. Die derzeitige Hochgeweihte dort ist die frühere Freigräfin Mariama von Sedomee. 
 
 

Die Stadt Zysar 

Erste Siedler bauten den Hafen im Schutz von Riffen, die an dieser Stelle vor der Küste liegen. Zum Teil wurden diese in die Befestigungen mit einbezogen. Die Einfahrt in den Hafen ist wegen der nahe der  schmalen Fahrrinne liegenden Untiefen und scharfkantigen Felsen nur mit ortskundigen Lotsen gefahrlos möglich. Um Überfällen von Land her vorzubeugen, wurden auch die dem Land zugewandten Teile der Stadt, zuerst mit Lehmwällen, befestigt. Die Mauern wurden über die Jahrhunderte hindurch immer weiter ausgebaut, wobei später hauptsächlich Steine aus den Bergen des südlichen Schlangenkammes auf dem Seeweg aus dem Norden Valmeras heran transportiert wurden. Heute ist Zysar, besonders im Süden entlang der Küste, längst aus seinen Mauern herausgewachsen. Die Stadt ist das Zentrum des Seehandels der Baronie, was auch den zahlreichen Menschen zugute kommt, die sich besonders hier dem Schiffbau widmen.  Von allen großen Städten Sedomees liegt Zysar dem Gebirge am nächsten, wodurch sich die besonders große Anzahl von Steinbauwerken in der Stadt begründet. Auch die Bewässerungsanlagen, die von Brunnen und Zisternen aus die Bevölkerung versorgen, sind größtenteils aus diesem Stein gebaut. Ihre Instandhaltung und der ständige Ausbau ist, wie überall in Sedomee, besondere Aufgabe des Sefardi-Clans, der daraus nicht unbeträchtliche Einkünfte bezieht. Zysar ist auch Zentrum der Fertigung kunstvoller Geschirre aus feinem, weißen Ton, der nicht weit entfernt im Hinterland gefördert wird. Er wird in einem besonderen Verfahren mit anderen Zutaten gebrannt und mit leuchtenden Glasuren bemalt, deren Zusammensetzung das Geheimnis der jeweiligen Töpferfamilien ist. So entstehen Teller, Becher und Krüge, die die Zierde jeder edlen Tafel sind. Jedes dritte Jahr am 20. Tag des 1. Xurl, dem Vortag des Festes der Tag- und Nachtgleiche, versammeln sich die besten Kriegerinnen und Krieger der Grafschaft und aus anderen Teilen Heligonias in Zysar zum traditionellen Herzogin-Caliane-Turnier, um sich in Mut und Geschicklichkeit zu messen. Dieses Turnier wurde zum ersten Mal im Jahre 76 v. A. III von der damaligen Herzogin Valmeras anläßlich ihrer Amtsübernahme abgehalten und sollte von da an jährlich stattfinden. Da dies durch den Bürgerkrieg in den zwei darauffolgenden Jahren nicht möglich war, wurde beim zweiten Turnier im Jahre 73 v. A. III jedoch ein dreijähriger Turnus festgelegt. Es war stets ein besonderes Bestreben der Angehörigen des Rakesh-Clans, möglichst viele Siege in diesem Wettstreit zu erringen. 

Eine weitere Herausforderung ist das alljährliche Rennen der besten und ausdauerndsten Sefardi-Pferde. Es führt von Zysar aus etwa 250 Meilen durch das heiße und trockene Landesinnere nach Jalamanra in der Baronie Calena, dann 400 Meilen in die Hauptstadt Marola und zuletzt wieder die 150 Meilen an der Küste entlang zurück nach Zysar. Das Rennen beginnt am Morgen des 10. Tages des 3. Poëna und das beste Pferd wird oft schon am Abend oder in der Nacht des 3. Renntages über die Ziellinie geritten. Pferde, die das Ziel erreichen, sind die wertvollsten Zuchttiere und daher wird sehr darauf geachtet, daß sie nicht nur schnell, sondern auch in guter Verfassung ankommen. Wer aber ein Rennpferd zuschanden reitet, wird von der Teilnahme an weiteren Wettbewerben ausgeschlossen. Wer nach Zysar reist, sollte es nicht versäumen, das Opernhaus zu besuchen. In dem eindrucksvollen, 200 Jahre alten Bau an der Ostseite des Marktplatzes finden zu großen Festlichkeiten Aufführungen der Rakesh-Oper statt. Dabei handelt es sich um eine Mischform aus Schauspiel, Tanz, Gesang und  inszenierten Gefechten, in der meist kriegerische Ruhmestaten aus der Geschichte des Landes dargestellt werden. An besonderen Feiertagen ist es für die Obersten des Clans Ehrensache, selbst Rollen in diesen  Darbietungen zu übernehmen. Die oft archaischen und tongewaltigen Musikstücke und Arien sind dann nicht unbedingt für zarte Ohren geeignet, die Kampfszenen aber zeigen besonders große Perfektion und Anmut. 
 
 

Die Stadt Al'Khemilla 

Al'Khemilla, die von den Göttern besonders gesegnete Oase inmitten der wüstenähnlichen Steppe im Landesinneren, ist ein grünes Kleinod. Schon von weitem fällt den Reisenden das satte Grün der Palmen und Büsche und das leuchtende Weiß der gekalkten Lehmbauten mit ihren Kuppeldächern ins Auge. An einer großen natürlichen Wasserstelle gelegen, wächst in Al'Khemilla eine Vielzahl verschiedenster Pflanzenarten. Zusätzlich zu den einheimischen Dattelpalmen und Feigenbäumen wurden vielerlei Haine, Obstplantagen und Gärten angelegt. Darunter befindet sich der Poëna-Hain, ein traditionsreicher botanischer Garten mit Gewächsen aus ganz Heligonia und als besonderem Schwerpunkt der umfassendsten Heilkräuterpflanzung des Reiches. Dort werden mit zum Teil großem Aufwand fast alle bekannten Pflanzen mit den unterschiedlichsten Heilwirkungen gezogen. Betreut wird dieser Garten von einem Kollegium aus Gelehrten der Universität Marola, Geweihten der Vier Götter und erfahrenen Heilkundigen. Die Universität unterhält dort eine Sammlung von Schriften zur Heilkunst. Der Poëna-Hain steht unter der besonderen Obhut der früheren Baronin Nalana von Sedomee, die in dieser Position auch die Vorsitzende der Congregatio der Heilkundigen ist. Diese versammelt sich jährlich im III. Saarkamond in Al'Khemilla, um dort Erkenntnisse auszutauschen, Versuche anzustellen und den Göttern zu huldigen. Ein spezieller Bereich des Haines birgt die Pflanzen der Saarka. Um sie zur Heilung zu nutzen, bedarf es großer Kunstfertigkeit und Sorgfalt, da nicht wenige von ihnen die Kraft haben, schon in kleinen Mengen den Menschen großen Schaden zu bringen. In der Stadt gibt es außerdem ein Heiligtum des Xurl mit einem großen Badehaus, in dem ebenfalls die Heilanwendung des Wassers im Vordergrund steht, sowie die Halle des Helios, in deren Bezirk Gemütskranke und Verwirrte die Reinheit ihres Geistes und damit Heilung finden. Al'Khemilla liegt an der Straße nach Jewel, etwa 90 Meilen direkt von der Küste und 100 Meilen von Zysar entfernt. Dort befinden sich daher auch Lagerhäuser und Handelsstationen, und dreimal wöchentlich wird Markt gehalten. 


Baronie Calena

Baroniewappen

Baronin Valeria von Calena Valeria von Sedomee, zweite Tochter der Freigräfin Mariama von Sedomee und des Torril von Alamee, wurde als Nachfolgerin der Baronin in den Calena-Zweig des Sedomee-Clans adoptiert. Sie fördert damit nicht nur die enge Bindung innerhalb des Clans,  sondern auch die Bedeutung des Alamee-Clans, der in Calena als dem fruchtbarsten Land Sedomees sein Zentrum hat. Mit dem Herrschaftsamt verbunden ist in Calena traditionell das Amt der Hochgeweihten der Saarka. Baronin Valeria wurde bis zu ihrem 14. Lebensjahr gemeinsam mit ihrer Schwester Arana von Sedomee, der künftigen Freigräfin, erzogen und ausgebildet und von da an in Calena auf ihre Herrschaftswürde vorbereitet. An der Kampfakademie zu Rakesh wurde sie von den besten Offizierinnen Sedomees in Waffenkunst und Strategie ausgebildet. Während ihres Studiums an der Universität Marola erwarb sie den Titel einer Magistra. Baronin Valeria erhielt den Heliosbrief von ihrer Vorgängerin Kalika von Sedomee im Jahre 23 n.A.III. Die junge Baronin widmet sich der Förderung der Künste ebenso wie der des Waffenhandwerks und setzt sich als Hochgeweihte nachdrücklich für die Bewahrung des ogedischen Glaubens ein. 
 
 

Die Baronie Calena

Calena ist die kleinste der drei Baronien, jedoch äußerst fruchtbar durch die jährliche Jolbornschwemme und Bewässerung: Der Ackerbau erbringt bis zu drei Ernten im Jahr. Das Flußufer ist am dichtesten besiedelt, dort liegt die Hauptstadt Jalamanra und südlicher die Stadt Shamanka. Entlang des Jolborn ziehen sich Äcker, Plantagen und Wälder, im Winterhalbjahr mit gelegentlichen Regenfällen gesegnet. Die Steppen des Hinterlandes sind heiß, trocken und niederschlagsarm. 
 
 

Die Hauptstadt Jalamanra 

Am schönen Jolborn gelegen, bietet die stark befestigte Handelsstadt Jalamanra mit ihren kunstvoll gestalteten Bauwerken, Arkaden und Terassengärten einen prächtigen Anblick. Die Wassermassen des Jolbornhochwassers werden über ein Kanalnetz direkt in Sammelbecken geleitet, deren Wasservorräte das ganze Jahr über der Bewässerung dienen. Das Bild der freundlichen Stadt ist durch den prunkvollen, stets belebten Hafen, die bunten Märkte und zahlreichen ogedischen Heiligtümer und Schreine geprägt. 

Ackerbau

Angebaut werden Reis und Brotgetreide, Obst, Gemüse und Zuckerrohr, Papyrus und Baumwolle. Calena kann mit bis zu drei Ernten im Jahr einen beträchtlichen Überschuß produzieren, der teils in die anderen Baronien, teils ins Ausland exportiert wird. Der Anbau liegt in der Hand des Alamee-Clans, dessen Domäne der Ackerbau ist. Der Clan hat seinen Hauptsitz in Jalamanra und sein Stammland entlang des fruchtbaren Jolbornufers. Große Teile des Handels werden über den Agnat-Clan abgewickelt, der in Jalamanra eine große Niederlassung unterhält. In vielen kleinen Dörfern und Ansiedlungen entlang des Ufers leben die Menschen von Ackerbau und Fischfang. 
 
 

Handel

Große Bedeutung für Jalamanra und ganz Calena hat der Flußhandel. Der Jolborn stellt den einzigen Wasserweg des nördlichen Heligonia zum Meer dar und führt daher zu allen Jahreszeiten Handelsschiffe nach Calena. Jalamanra ist wichtige Handelsstadt für die Einfuhr von Waren nach Sedomee und für die Ausfuhr inländischer Erzeugnisse. Zu ihnen gehören neben Nahrungsmitteln und Baumwollstoffen die Luxusgüter Papyrus aus Calena und Apurien, Räucherwerk und Schnitzkunst aus Shamanka, Seide und edle Töpferwaren aus Sebur sowie unterschiedlichste sedomesische Kunstwerke. Entlang des gesamten Jolbornufers finden sich zahlreiche Handels- und Versorgungsstationen, die mit ihren Gaststätten und valmeranischen Badehäusern zur Entspannung einladen und Gelegenheit zu neuen Handelskontakten bieten. Baronin Valeria unterhält Küstenboote mit gut ausgebildeten Flußwachen und Lotsen zur Bewachung der Handelsstationen und zum Geleit der Handelsschiffe durch die schwer passierbaren Untiefen und Stromschnellen des Jolborn um Jalamanra. Die Flußwachen, Lotsen und Geleitschiffe stellt der Bindar-Clan, dessen Domäne neben dem Handwerk auch das Transportwesen ist. Er hat seinen Hauptsitz in Jalamanra, wo auch Angehörige des Bindar-Clans in Begleitschutz und Orientierung ausgebildet werden. Auch der Agnat-Clan (Handel) und der Rakesh-Clan (Landesverteidigung) haben Niederlassungen in Jalamanra, wobei der Rakesh-Clan im Auftrag der Baronin für die Sicherheit des Ufers und der Landesgrenzen zu Darian und Thal sorgt. 
 
 

Religion

Jalamanra ist als altes Zentrum der Saarka-Verehrung Anziehungspunkt für Saarka-Geweihte und Gläubige aus ganz Heligonia. Hochgeweihte Valeria selbst zelebriert hier zu den Festtagen die Hohen Rituale. In den Heiligtümern Saarkas wird durch Weise Frauen eine altüberlieferte Tradition der Versenkung durch Meditation und Körperübungen gelehrt. Auch Poëna-Haine und Schreine der Götter Helios und Xurl finden sich hier. 
 
 

Die Oase Bou Saarka

Im Steppengebiet im Zentrum Sedomees leben nomadische Familien, die Tierzucht betreiben. Ihre Stadt und der größte Markt der Gegend ist die Oase Bou Saarka, die für ihre Leder- und Pergamentherstellung berühmt ist. Farbenfrohe geknüpfte Wollteppiche und weiche Decken aus Ziegenhaar mit charakteristischen Mustern werden dort gehandelt. Ihren einzigartigen Charme aber verdankt die Wüstenstadt mit ihren weißen Gebäuden und verschachtelten Gassen der Tradition des valmeranischen Tanzes, der hier seit alter Zeit von den besten Tänzerinnen und Musikerinnen gepflegt wird. 

Die berühmtesten Tänzerinnen Sedomees kommen aus der Oasenstadt und werden engagiert, um an den Höfen für reichen Lohn Auge und Herz zu erfreuen. Die kunstreichsten unter ihnen, Shivasani genannt, beherrschen neben Tanz, Gesang und dem Lautenspiel auch die Dichtkunst, die Kunst des Märchenerzählens und das edle Wissen darüber, wie Feste auszurichten sind. Sie werden zu den großen Clanfeiern und hohen festlichen Anlässen in die Paläste gebeten, um die Organisation der Feierlichkeiten zu übernehmen. Da Feiern im täglichen Leben Sedomees und für den Handel eine große Rolle spielt, genießen diese kunstreichen Frauen im ganzen Land hohes Ansehen. 
 
 

Shamanka

Shamanka, genannt die "Holzstadt", liegt südlich von Jalamanra am Jolbornufer inmitten von Zedern- und Sandelholzwäldern. Die Häuser sind auf Pfählen erbaut und mit reicher Schnitzkunst versehen. Hier werden aus den duftenden Edelhölzern kunstvolle Schnitzereien angefertigt, die die Paläste und Clanhöfe Sedomees schmücken. Sie stellen Szenen aus dem kulturellen Leben, religiöse Bilder oder in stilisierter Form wichtige Pflanzen des Landes dar. Besonders auch die poënagefälligen sinnlichen Szenen erfreuen sich nicht nur in Sedomee großer Beliebtheit. Shamanka ist die einzige Stadt der Grafschaft, in deren Gebiet aufgrund ihrer alten Tradition und religiösen Ausrichtung der Kunst größere Mengen von Holz geschlagen werden darf. Ein Kollegium von Priesterinnen des Sedomee-Clans wacht darüber, welche Bäume gefällt werden. Von ihnen werden auch die kostbaren Räucherharze gesammelt, die Shamanka an andere Heiligtümer liefert. 
 
 

Brauchtum in Calena

Das Fest der heiligen Bilder findet am 21. Tag des 1. Saarkamondes in Jalamanra  zu Ehren Saarkas als der Herrin der Nacht statt. Es ist ein traditionelles freizügiges Fest mit Gebrauch von Traumkraut. Diese Pflanze wird von den Tempeln ausgegeben, denen allein der Anbau obliegt. Das Fest der Jolbornschwemme wird im 1. Poëna mit festlich geschmückten Altären und Opfergaben an den Fluß begangen. Gefeiert wird hier Poëna als die lebenspendende Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings. Tanzfestival in Bou Saarka: In ganz Sedomee wird zu allen Festen getanzt. 
Die anmutigen, wiegenden Bewegungen des valmeranischen Tanzes sind in jedem Palast und auf jeder Straße zu sehen und gehören ganz selbstverständlich zum Alltagsleben. In Bou Saarka, dem künstlerischen Zentrum des Tanzes, findet alljährlich im 2. Poënamond ein berühmtes Tanzfestival statt. Dort werden die unterschiedlichsten Tänze und Stile gelehrt, ausgetauscht und nicht zuletzt einem erlesenen Publikum vorgeführt. Baronin Valeria ist hier Ehrengast und pflegt, die besten Tänzerinnen und Musikerinnen des drei Tage dauernden Festes im 3. Poënamond in ihre Residenz nach Jalamanra einzuladen. Das Katzenfest zu Jalamanra wird am 1. Tag des 2. Xurl gefeiert nach einer alten Überlieferung, in der eine kluge Katze der Göttin Saarka und den Menschen am Jolborn half. 
 
 

Die Mondkatze

Einst schlief Gott Xurl zur Regenzeit ein, und es hörte nicht mehr auf zu regnen. Der Jolborn schwoll an, trat über seine Ufer und begann schließlich, die Länder an seinen Ufern zu überschwemmen. Die Menschen klagten und riefen zu den Göttern um Hilfe. Aber Xurl schlief fest und hörte nichts. Die Göttin Saarka hatte Mitleid und setzte sich auf ihren Thron, um nachzudenken, was zu tun sei. Da sprang eine weiße Tempelkatze auf ihren Schoß und sprach zu Saarka: Vielleicht kann ich dir helfen. Setze mich auf den Mond, denn ich habe scharfe Augen. Vom Himmel aus kann ich die ganze Welt überblicken und den Regengott finden. So geschah es: Saarka setzte die weiße Katze auf den Mond, und diese konnte Xurl nach langem Suchen in einer Höhle ausmachen. Von der Göttin der Nacht gesandt, stieg die Katze auf einem Mondstrahl auf die Erde hinunter und weckte Xurl auf, indem sie ihn an der Nase kitzelte. Der Gott fuhr niesend auf, sah die schrecklichen Überschwemmungen und gebot den Wassern Einhalt. Der Regen endete, die Fluten zogen sich vom Land zurück, und bald floß der Jolborn so ruhig und würdevoll wie zuvor. Zum Lohn für ihre Klugheit setzte Saarka die Katze auf den Mond hinauf, von wo aus sie die ganze Welt betrachten kann. Dort können wir Menschen das Gesicht der Mondkatze auch heute noch erkennen. Seit dieser Zeit sind Katzen in ganz Heligonia heilige Tiere der Saarka, und Saarka selbst verwandelt sich bei Nacht gerne in eine Katze. Calena führt die Mondkatze Saarka zu Ehren als Wappentier.